Ein Nicht-JahresrĂŒckblick auf 2020

01Das Jahr 2020 ist dann nun endlich vorbei. Ich glaube aber nicht, dass das neue Jahr sich wirklich groß verĂ€ndert. Mit den Einschnitten, die uns die Pandemie gebracht hat, wird es auch weitergehen. Aber das soll nicht das Thema des Beitrags sein.

Warum habe ich es „Nicht-JahresrĂŒckblick“ genannt? Ich habe mir mal ĂŒberlegt, was wĂ€re denn wenn gewesen:

  • BĂŒro
    Seit Ende Februar habe ich mein BĂŒro an 3 halben Tagen gesehen. Es fehlen die „Schnacks“ an der Kaffeemaschine. Auch die eine oder andere Raucherpause, um mal den Fokus auf etwas anderes zu legen. Aber vor allem das gemeinschaftliche Brainstorming steht fĂŒr mich auf der Verlustliste. Dieses lĂ€sst sich einfach ĂŒber Video- oder Audio-Telefonie nicht ganz kompensieren.
  • Kulturelle Besuche:
    Seit 3 Jahren besuche ich ein Konzert Anfang November in Dresden. FĂŒr mich startet damit auch der Winter. Ich nutze dieses Wochenende gerne um einfach mal abzuschalten. Einfach mal 3 Tage die Zeit vorbeiziehen und die Seele baumeln lassen. Außerdem wĂ€ren noch 2 Veranstaltungen zur BetĂ€tigung des Zwergfells dabei gewesen.
    Die Veranstaltungen sollen ja nachgeholt werden. Ob man zu den Terminen teilnehmen kann, wird sich noch zeigen.
  • Tech-Veranstaltungen:
    In 2019 habe ich an einigen technischen Veranstaltungen teilgenommen. Man hat oft ĂŒber den Tellerrand hinausgeschaut. Auch Ideen haben sich daraus entstanden. Der Austausch mit der Community war immer sehr gut. Diese Abendveranstaltungen werden zwar ĂŒber die unterschiedlichsten Lösungen ĂŒber das Internet realisiert. Nach einem Tag mit Headset im Homeoffice ist es manchmal schwer sich weiter auf die Monitore zu konzentrieren. Das eine oder andere private GesprĂ€che einfach mal abseits des Alltags funktioniert halt auch nur bei PrĂ€senz.
  • Urlaub:
    Es waren einige Wochenend-Aktionen geplant. Viele StÀdte-Touren war bereits geplant und zum Teil auch bereits gebucht. Aufgrund von hohen Pandemie-Werten in der Heimatstadt konnte auch ein möglicher Urlaub leider nicht angetreten werden. Somit war nur ein Urlaub nur lokal möglich.
  • Leben:
    Wo man frĂŒher spontan zum Einkaufen gegangen ist, wird dieses jetzt auf einen Einkauf pro Woche reduziert. Ich versuche weiterhin den lokalen Handel zu unterstĂŒtzen. Dieses ist allerdings durch die um Weihnachten erlassenen EinkaufsbeschrĂ€nkungen auch nicht ganz so einfach. Viele meiner Planungen aus dem Jahr 2020 konnte ich aus unterschiedlichsten GrĂŒnden nicht realisieren. Ein großer Teil steht aber fĂŒr 2021 wieder auf der Liste.

Und sonst: War nicht alles schlecht. Es war vieles anders. An einiges musste man sich gewöhnen. Man muss ich noch Àndern.

Machen wir das Beste aus 2021!

 

Neuer Podcast: Kein Mucks! – Archiv aus Krimi-Klassikern

Der von mir gerade erst entdeckte Podcast wird seit dem Juli 2020 zum 75 Geburtstag von Radio Bremen ausgestrahlt.

Mit mehr als 720-tausend Wiedergaben gehört der Bremen Zwei-Krimi-Podcast „Kein Mucks!“ mit Krimi-Liebhaber und Podcast-Gastgeber Bastian Pastewka zu den erfolgreichsten Sendereihen in der ARD Audiothek.

Mit Expertise, Begeisterung und Humor prĂ€sentiert und kommentiert der Hörspiel-Liebhaber jeden Donnerstag bis Weihnachten eine neue Folge und stellt HörspielschĂ€tze aus dem Radio Bremen-Archiv erstmals nach langer Zeit wieder vor. Liebhaber von alten Krimis – und solche, die es werden wollen – freuen sich auf Produktionen aus den goldenen Zeiten des Kriminalhörspiels, der 1950er und -60er Jahre, aber die auditive Zeitreise stellt auch Radio Bremen-Hörspiele der 70er und 80er Jahre vor.

„In ‚Kein Mucks!‘ darf ich an die aufreibendsten, spannendsten und skurrilsten Radio Bremen-Krimis erinnern, die zum Teil ĂŒber 50 Jahre nicht wiederholt worden sind. Und an beliebte Schauspielerinnen und Schauspieler, die die Bremer Hörspiel-Ateliers sogar mehrfach aufsuchten: etwa Evelyn Hamann, GĂŒnther Neutze, Hans Paetsch, GĂŒnter Strack, Gudrun Daube, Volker Lechtenbrink, Herbert Steinmetz, Hans Helmut Dickow oder Manfred Steffen“, sagt Bastian Pastewka: „FĂŒrchten Sie sich nicht!“

Der Podcast bietet zeitlosen Grusel, viel GĂ€nsehaut und ist auch auf bremenzwei.de und ĂŒberall, wo es Podcasts gibt, abrufbar.

(gekĂŒrzte Pressemitteilungen Radio Bremen)

Bis Weihnachten stehen im Podcast 29 Folgen zur VerfĂŒgung. FĂŒr mich sind diese sehr gut ausgewĂ€hlt. Es macht immer Spaß Zeit mit diesen guten Kleinoden zu verbringen. Wenn jemand neu mit dem Podcast starten möchte, sollte man wirklich von der ersten Folge an starten. Die Hörspiele selber könnte man auch individuell hören. Allerdings ergeben die sauber recherchierten Zusatzinformationen, die man von Bastian Pastewka erhĂ€lt, in der vorgesehenen Reihenfolge mehr Sinn. NatĂŒrlich kann man auch sehr gut versuchen den Mörder zu erraten. Es gibt oft auch interessante Wendungen. Rundum fĂŒr mich eine erfolgreiche Produktion auf hohem Niveau.

Weitere Informationen gibt es bei Bremen Zwei

Höhenverstellbarer Schreibtisch – Ergotopia Pro

Vereinzeltes Homeoffice oder mal Bereitschaften waren in der Vergangenheit im Arbeitszimmer kein Problem. Durch Corona durfte ich meinen Arbeitsalltag seit Ende Februar dauerhaft zu Hause verbringen. Dabei fiel mir auf, dass ich mir die Bewegung zu Kollegen, zur Teestation oder der mittĂ€gliche Rundgang fehlte. ZusĂ€tzlich saß man „irgendwie“ lĂ€nger am Schreibtisch.

Dabei merkte ich, dass ich trotz eines guten Sitzmöbels ĂŒber den Tag immer wieder Probleme mit den unteren Gliedmaßen wie Ober- und Unterschenkel hatte. Wenn ich bei manchen Telefonkonferenzen aufstand, besserte sich das GefĂŒhl. So kam der Gedanke zur Anschaffung eines höhenverstellbaren Schreibtisches.

Ich habe viel in MöbelhĂ€usern sowie bei BĂŒro-Ausstattern recherchiert. NatĂŒrlich habe ich mir auch Informationen im Internet besorgt. Ich habe mir einige Tische angeschaut und man sieht sehr schnell QualitĂ€tsunterschiede. Es gab Tische, die bereits in meiner Sitzhöhe (74 cm) nicht den stabilsten Eindruck machten. Ich habe Tische in Stehhöhe (104 cm) gesehen, auf denen ich nicht mal einen Monitor stellen wollen wĂŒrde.

Immer wieder bekam ich allerdings ĂŒber das Internet Werbung fĂŒr Ergotopia geschaltet. Ich hatte am Anfang sehr bedenken ein Möbel fĂŒr einen höheren Betrag zu kaufen, welche nur online vertrieben werde. Es gibt wirklich einige deutsche Youtuber, die das MöbelstĂŒck vorgestellt und getestet haben. Dabei teilten die meisten auch mit, dass Sie das Möbel vom Hersteller zum Test zur VerfĂŒgung gestellt bekommen haben. Ich persönlich habe bei dieser Form der Werbung bei hochpreisigen Produkten oft ein ungutes GefĂŒhl.

Vom Hersteller gibt es 3 Tisch-Modelle:

Generell gibt es alle Tische in unterschiedlichen GrĂ¶ĂŸen sowie Furnier- bzw. Holzarten.
Zur Info: Es kann auf Wunsch auch nur das Tischgestell bestellt werden und eine eigene Tischplatte aufgebracht werden.

Das Modell „Budget“ wird mit einer Handkurbel zur Höherverstellung ausgeliefert. Dieses war fĂŒr mich keine Option. Ich stehe zwar mehrfach am Tag aber nicht unbedingt lang. Dadurch war ein motorisierter Tischgestellt eine Bedingung. Dieses wird in den Modellen „Standard“ und „Pro“ gewĂ€hrleistet. Das Modell „Standard“ hat eine Steuerung fĂŒr den Antrieb per zweier Pfeiltasten. Entsprechend kann der Motor zwar gesteuert werden, allerdings muss die Höhe jedes Mal neu eingestellt werden. Beim „Pro“-Modell gibt es ein Steuerungsmodul, welches mit 4 SpeicherplĂ€tzen ausgestattet ist.

Die Garantie betrĂ€gt beim „Pro“ 5 Jahre, „Standard“ 2 Jahre und beim „Budget“ 3 Jahre. ZusĂ€tzlich gibt es ein RĂŒckgaberecht von 30 Tagen.

Die Anlieferung erfolgt durch eine Spedition. Es wird mit der Option „Frei Bordsteinkante“ versandt. Es können 2 Optionen hinzugebucht werden:

  • „Vertragen vor Ort“ fĂŒr 69 Euro
  • „Vertragen & Aufstellservice vor Ort“ fĂŒr 179 Euro

Nach langem inneren Ringen habe ich mich dann dazu entschlossen das Modell „Pro“ mit der Tischplatte in 180 cm x 80 cm GrĂ¶ĂŸe in Buche.

Ich bekam vom Hersteller bereits ein 2-Tage-Zeitfenster mitgeteilt zu der die Lieferung avisiert wurde. Die Spedition meldete sich genau einen Tag vor der benannten Zeitfenster. Auch dem Wunsch nach Meldung des Fahrers zur Avisierung des Lieferzeitpunkts wurde entsprochen. Als der LKW vor dem Haus eintraf, war ich auf die Form der Verpackung gespannt. Ich durfte feststellen, dass der Hersteller wirklich an vieles gedacht hatte. Normalerweise hĂ€tte der Spediteur gewartet bis man die StĂŒcke von der Euro-Paletten geladen wurden. Ich hatte den Vorteil, dass ich gegen 2 Euro-Paletten tauschen konnte. Somit hatte ich nicht den zeitlichen Druck und konnte die Teile ohne Zwischenparken direkt ins Arbeitszimmer bringen.

Aufbau Lieferung

Es ist eine 20-seitige Anleitung beigelegt. Diese Doku ist komplett auf Deutsch und sehr detailliert. Die Tischplatte ist vorgebohrt. Entsprechend ist der Zusammenbau sehr gut durch den Hersteller vorbereitet und  auch durch eine einzelne Person möglich. Nachdem die Montage durchgefĂŒhrt wurde, benötigt man auf jeden Fall UnterstĂŒtzung durch weitere Personen. Der zusammengebaute Tisch hat ungefĂ€hr ein Gewicht von 50 Kilo und muss am Tischgestell gedreht werden.

Der Tisch darf mit 80 kg belastet werden, wenn er bewegt wird. Generell ist dieser fĂŒr 100 kg freigegeben.

Nach nun 2 Monaten im alltĂ€glichen Einsatz habe ich den Kauf nicht bereut. Ich habe eine Monitor-Halterung aufgebaut und somit mehr Platz als auf meinem alten Schreibtisch. Ich habe unter dem Tisch eine Mehrfachsteckdose mit Spannungsschutz per Kabelbinder angebracht. Somit sind alle Kabel auf Höhenverstellung ausgelegt. Es kann auhc eine Kabelwanne seitens des Herstellers hinzugebucht werden. Auch Bohrungen fĂŒr KabeldurchfĂŒhrungen werden angeboten. Beides habe ich nicht genutzt, um das StĂ€nderwerk prĂ€zise nutzen zu können. Das Buchenfurnier fĂŒhlt sich sehr hochwertig an und gibt dem Tisch eine besondere Haptik.

Aufbau Tisch Ergotopia

Ich habe 3 Höhen im Steuerungsmodul gespeichert. Um den Tisch in die entsprechenden Höhen fahren zu lassen, muss die jeweilige Speicher-Taste gedrĂŒckt gehalten werden. Dieses ist aufgrund von EU-Normen und aus arbeitsschutzrechtlicher Sicht die empfohlene Einstellung. Dieses ist anpassbar, um per einfachen Tastendruck direkt in die definierte Höhe zu fahren.

Auch eine Tastensperre ist im Modul definiert. Dieses hilft gegen ungewolltes BetÀtigen des Motors und der Höhenverstellung.

Statement: Es handelt sich einfach um eine persönliche Empfehlung und nicht um Werbung. Der Artikel wurde von mir persönlich bezahlt. Ich erhalte weder fĂŒr die Verlinkung eine Entlohnung noch bin ich ĂŒber ein Partnerprogramm am Hersteller angebunden. Dieser Blog ist komplett werbefrei und kommt ohne Affiliate-Links aus.

Vielleicht kann ich mit diesem Artikel dem einen oder anderen ein paar Ideen oder Entscheidungshilfen geben.

DHL-Paketumleitung & Mitbewohner-Nutzung ab Nov. 20

Ab November 2020 stellt DHL passend zur Weihnachtszeit neue Service zur VerfĂŒgung.

So können zum Beispiel bis zu 4 Mitnutzer im Kundenkonto angegeben werden. Bei diesen greifen dann auch die Services „Ablageort“ und „Nachbar“ hinterlegen. Entsprechend mĂŒssen sich zum Beispiel Familien-Mitglieder oder WG-Mitbewohner kein eigenes Kundenkonto anlegen, um einen definierten Ablageort die die abgestimmte Abgabe bei einem Nachbar zur nutzen.

Der zweite Services ist die „Paketumleitung“. Dabei werden alle tauglichen Pakete entweder an die Packstation oder Post-Filiale umgeleitet. Somit können die beiden Optionen auch Pakete von Versendern empfangen, die keine entsprechende UnterstĂŒtzung bieten. Heute kann man bereits jedes einzelne Paket z.B. in die Packstation umleiten. Dieses bedeutet allerdings auch eine „Verzögerung“ von einem Transport-Tag.

Ein bereits alter Service ist „Liefertag“. Mit dem habe ich bei mir fĂŒr eine lĂ€ngere Zeit den Samstag als Zustellungstag „abgewĂ€hlt“. Ich war zu der Zeit eigentlich nie erreichbar und musste regelmĂ€ĂŸig zur Filiale. Durch die entsprechenden Öffnungszeiten war es fĂŒr mich praktikabel.

Weitere Informationen gibt es in der neuen AGB DHL EMPFANGS- UND VERSANDOPTIONEN

Neuer Podcast „Auf Endlagersuche“

Seit Ende des vergangenen Monats gibt es eine 6-teilige Serie zum Thema Endlagersuche bzw. Atomenergie.

Seit Jahrzehnten beschĂ€ftigt das Thema Atomenergie die Menschen in Deutschland. Es spaltet und polarisiert. Im Herbst 2020 beginnt nun die „heiße“ Phase der Endlagersuche in Deutschland. Heute veröffentlicht die Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung den „Zwischenbericht Teilgebiete“ und damit Orte, die aus geologischer Sicht als Endlagerstandort fĂŒr hochradioaktive AbfĂ€lle in Frage kommen können. Was das genau heißt, wie und von wem diese Gebiete ausgewĂ€hlt wurden und wie es nach der Entscheidung weitergeht, darĂŒber sprechen wir in dem neuen Podcast der bpb „Auf Endlagersuche. Der deutsche Weg zu einem sicheren AtommĂŒlllager“.

Ich finde das Thema generell interessant. Die Folgen sind jeweils zwischen 40 und 45 Minuten lang. Ich habe mir die ersten 2 Folgen bereits angehört und finde diese wirklich gut aufgearbeitet. Es wird objektiv mit dem Thema umgegangen. Dieses ist aber auch bei dem Herausgeber „Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung“ erwartbar gewesen. Es kommen BefĂŒrworter und Gegner gleichermaßen zu Wort.

Unter der folgenden URL kann der Podcast abonniert werden: http://www.bpb.de/endlagersuche/
ZusĂ€tzlich ist er auch bei Spotify und im iTunes-Verzeichnis verfĂŒgbar.

Buchtipp – Die Kinder von Wulf Dorn

Einleitung:

In einer Kramkiste fand ich das Buch „Die Kinder“ von Wulf Dorn aus dem Heyne-Verlag als MĂ€ngel-Exemplar. Der Text auf dem BuchrĂŒcken interessierte mich:

Auf einer abgelegenen Bergstraße wird die völlig verstörte Laura Schrader aus den TrĂŒmmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rĂ€tselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzĂ€hlt, klingt unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.

Somit fand es den Weg in meinen Korb und einen Platz im Buchregal.

Kritik:

Die Geschichte baut sich von NormalitĂ€t in den Wahnsinn auf. Es gibt NebenschauplĂ€tze, die man nicht mit der Geschichte direkt in Einklang bringen kann. Diese sind sehr in der RealitĂ€t verwurzelt. Sie können einen zum Nachdenken entfĂŒhren.

Der Text ist gut geschrieben und lĂ€sst sich flĂŒssig lesen. Das Buch ist als Thriller definiert. Die Elemente des Genres kommen fĂŒr meinen Geschmack erst am Schluss des Buches zum tragen. Trotzdem ist es fĂŒr mich ein gutes Buch, was immer mal wieder zum Nachdenken anregt.

Information:

Preis: 16,99 Euro
ISBN: 978-3-453-27094-7

Ich habe bewusst die ISBN-Nummern nicht mit einem Online-BuchhĂ€ndler verbunden. Ich unterstĂŒtze gerne bei meinen BuchkĂ€ufen den lokalen Einzelhandel. Auch diese haben hĂ€ufig eigene Verkaufsmöglichkeiten im Internet. Allerdings geht noch nichts ĂŒber ein Stöbern in gutsortierten LĂ€den.

Medien und wie sie uns verÀndern

In den letzten Jahren hat sich der Medienkonsum aufgrund von neu aufgekommener Dienste und Möglichkeiten verÀndert.

Die „Ă€lteren“ Leser des Artikels erinnern sich bestimmt noch an Urlaubsfahrten mit den Eltern. Bei diesen durfte eine bestimmte Anzahl an Kassetten oder CDs mitgenommen werden. Es gab eine Zeit in der es besonders toll war, wenn man einen CD-Wechsler im Auto hatte. Man konnte unterschiedliche CDs direkt vom Autoradio ansprechen und genießen. Als dann die MP3-Player sich einer immer grĂ¶ĂŸeren Beliebtheit erfreuten wurden auch AUX-Schnittstellen. Mit Klinkenkabeln wurde die Stereo-QualitĂ€t ins System eingespeist.

Heutzutage hat man zwar bei den meisten Radios noch ein CD-Laufwerk, aber auch USB, Bluetooth und SD-Karten haben Einzug in die Soundsysteme erhalten. Die Musikauswahl wird ĂŒber verschiedene Musik-Streaming-Dienste realisiert. SprachbeitrĂ€ge werde durch Podcasts individualisiert. In den Autos sind entweder eigene Hotspots verbaut oder werden durch Adapter erweitert, so dass auch Internet als Informationsquelle zur VerfĂŒgung steht. Somit können neue Radiosysteme sogar auf Staudaten aus dem Internet zugreifen und vor stockendem Verkehr warnen oder die nĂ€chste Tankstelle inklusive der Preise darstellen.

Selbst die Standards fĂŒr den Radioempfang haben sich verĂ€ndert. Konnte man bis vor ein paar Jahren noch die Staus, welche aufgrund ihrer geringen LĂ€nge noch auf der Mittelwelle in Schleife hören, wurde diese Ausstrahlung bereits abgeschaltet. In diesem Jahr beginnt der Deutschlandfunk bereits in 2 Pilot-Regionen das UKW-Angebot der Sendeanstalt zu beenden. Sie werden in Zukunft nur ĂŒber den Standard DAB+ empfangbar sein. Generell ist es fĂŒr die Anbieter eine deutliche Verbesserung, da eine Verbesserung der Audio-QualitĂ€t erreicht werden kann. Ebenfalls ist es einfacher spezielle Angebote fĂŒr zum Beispiel besondere Veranstaltungen zur VerfĂŒgung zu stellen. So kann zum Beispiel eine Live-Übertragung komplett ĂŒber den Äther schicken, ohne das eigentliche Radio-Programm zu beeinflussen.

Der Fernsehen werden durch NetzwerkkonnektivitĂ€t zum Player fĂŒr OnDemand- oder Streaming-Dienste. Man kann die Filme, starten, beenden oder gar unterbrechen, wann immer man möchte. Im Regelfall dieses auch ohne jede Werbeeinblendung, weil man beim Anbieter dafĂŒr bezahlt. Eventuell benötigt man auch mehrere, da unterschiedliche Filme und Serien bei verschiedenen Dienstleistern angeboten werden. Die Programmdirektoren bemĂŒhen sich den Konsumenten auch mit Spartensendern von ihrem Angebot zu ĂŒberzeugen. ZusĂ€tzlich bieten etablierte Sendungen UnterstĂŒtzung durch Medienangebote ĂŒber Webseiten, Social Media-KanĂ€le oder Apps fĂŒr mobile GerĂ€te. Diese Angebote stellen zusĂ€tzliche Informationen der Recherchen weiterfĂŒhrendes Material. Somit können auch komplexere Themen fĂŒr den Konsumenten umfangreicher dargestellt werden.

Generell hat sich die Zeit gewandelt und sie ist schneller geworden. Wir nehmen oder werden „gezwungen“ Informationen schneller aufzunehmen. Die Überschriften mĂŒssen uns direkt packen, um uns zu animieren, ein Thema genauer zu betrachten oder die Nachricht hinter der Überschrift auch aufnehmen zu wollen. Die Sendungen werden mit schnelleren Schnitten versehen und Live-Auftritte werden durch komplexe Lichtinstallationen oder Spezialeffekte spektakulĂ€rer. Wenn man sich die Samstag-Abend-Shows der vergangen Jahre anschaut, gab es da mal berĂŒhmte Sofas oder Spielshows. Der Begriff Unterhaltungssendung prĂ€gte die Abendgestaltung. Heute gibt es Sendungen, die das wahre Leben wieder spiegeln sollten, aber von Autoren definiert sind. Es werden Personen in den Dschungel geschickt oder auf BĂŒhnen bewertet. Es gab die Zeit in denen im Nachmittagsprogramm Gerichtssendungen ĂŒber alle Sender liefen.

Selbst auf der Straße und im öffentlichen Leben sind Medien nicht mehr weg zu denken. Es wird sich verabredet ĂŒber Messaging-Dienste und die bestellten Speisen schnell auf Foto-Plattformen mit allen geteilt. Man sieht Personen, die selbst bei VerkaufsvorgĂ€ngen die In Ear-Kopfhörer den Ohren nicht entnehmen oder gar das gefĂŒhrte Telefonat beim Kassier-Vorgang unterbrechen. Im ÖPNV gibt es kaum noch Menschen, die einfach mal nur so aus dem Fenster schauen. BĂŒcher werden in digitalen GerĂ€ten transportiert oder Filme ĂŒber Tablets abgespielt. Powerbanks sorgen fĂŒr die Aufrechterhaltung der Erreichbarkeit.

Das zwischenmenschliche Verhalten hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Orte ohne Internet durch Hotspots oder Mobilfunk-Anbieter werden teilweise sogar gemieden. Die Erreichbarkeit des Internets, der Medien und der eigenen „Community“ ist wichtiger geworden. Die Welt wird zum Dorf. Man kennt mehr Leute aus aller Welt. Entfernung ist kaum noch ein Maßstab. Man lebt in einem Kosmos, den man sich selber gestaltet. Dieser kann aber auch durch genutzte Dienste eingeschrĂ€nkt werden. Funktionen wie „Andere KĂ€ufer kauften auch“, „das könnte sie interessieren“ oder Werbung anhand des Surf-Verhaltens lassen die IndividualitĂ€t schwinden. Man wird in Schemata, Schubladen und Profile gedrĂŒckt.

Meta-Daten werden genutzt, um uns zu analysieren und Vorhersagen zu treffen. Ganze Warenströme in Lagern werden entsprechend gesteuert. Durch Analyse von KĂ€ufern, Uhrzeiten und ihre Bezahlarten können entsprechende Werbeanpassungen im stationĂ€ren Handel definiert werden. Dieses geht nun aber bereits ĂŒber die Informationen des Kassenbons hinaus. Über Kundenkarten lassen sich Bonus-Programme nutzen, aber man zahlt mit seinen Daten. Man wird als Nutzer immer durchschaubarer. So werden zur Anmeldung an einem Dienst des Anbieters „A“ die Benutzer-Daten des Anbieters „B“ genutzt. Somit können viele Verbindungen geschlossen werden und ein ganzes Netzwerk an Daten wird um eine Person gesponnen.

In China wird bis 2020 ein System getestet, welches Zugriff auf unterschiedliche Datenbanken nimmt. Damit möchte die Regierung die „Aufrichtigkeit in Regierungsangelegenheiten“, der „kommerziellen IntegritĂ€t“, der „sozialen IntegritĂ€t“ sowie der „gerichtlichen GlaubwĂŒrdigkeit“. Das Scoring kann somit allerdings auch bei der Kreditvergabe oder AntrĂ€gen bei Behörden wichtig sein. Somit wird der Mensch mit seinem Sozial-Verhalten zu einem Wert berechnet. Es kann dazu fĂŒhren, dass die  persönliche IndividualitĂ€t durch das vorhandene Regelwerk verĂ€ndert wird. Der Erfolg jedes Einzelnen hĂ€ngt von seiner Außen-Darstellung ab.

Zum GlĂŒck kann man noch nicht wissen, wie die Zukunft wird, aber Konzerne, Investoren und VisionĂ€re arbeiten bestimmt schon daran die Möglichkeiten auszuloten.