IVOM ist die Abkürzung für Intravitreale operative Medikamentengabe. Dabei wird ein Medikament direkt in den Glaskörperraum des Auges injiziert. Diese Methode erlaubt es, Wirkstoffe hochkonzentriert genau dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden – an der Netzhaut und insbesondere an der Makula, dem Bereich des schärfsten Sehens.
Anwendungsgebiete
Die IVOM-Therapie kommt bei verschiedenen Erkrankungen zum Einsatz:
- Feuchte altersabhängige Makuladegeneration (AMD)
- Diabetisches Makulaödem
- Makulaödem nach Venenverschlüssen der Netzhaut
- Makuladegeneration bei starker Kurzsichtigkeit
- Entzündungen im hinteren Augenabschnitt
Die Medikamente wirken entweder, indem sie Gefäßneubildungen hemmen (Anti-VEGF-Therapie) oder entzündungshemmend (Kortisonpräparate).
Ablauf der Behandlung
- Diagnose und Planung
Nach eingehender Untersuchung wird ein individueller Therapiezyklus festgelegt. - Eingriffstag
- Pupillenerweiterung mit Tropfen
- Lokale Betäubung des Auges
- Sterile Abdeckung und Einsatz eines Lidsperrers
- Injektion des Medikaments durch die Lederhaut in den Glaskörper
- Nach der Injektion
Leichte Beschwerden wie Brennen, „fliegende Mücken“ oder Blendempfindlichkeit sind möglich. Schwere Komplikationen wie Infektionen oder Netzhautablösungen sind selten, müssen aber sofort behandelt werden.
Medikamente und Wirkstoffe
| Medikamente | Wirkstoff | Zielstruktur(en) | Typische Intervalle | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Eylea | Aflibercept | VEGF-A | 4 – 8 Wochen | Breite Anwendung, gute Datenlage |
| Lucentis | Ranibizumab | VEGF-A | 4 Wochen | Etabliertes Standardpräparat |
| Vabysmo | Faricimab | VEGF-A & Ang-2 | 4 – 16 Wochen | Doppelwirkung, längere Intervalle möglich |
Vorteile der IVOM
- Gezielte Wirkung direkt am Ort der Erkrankung
- Hohe Effektivität bei chronischen Netzhauterkrankungen
- Verbesserung oder Stabilisierung der Sehfähigkeit
- Ambulanter Eingriff mit kurzer Dauer
Risiken und Nebenwirkungen
- Vorübergehende Schmerzen oder Fremdkörpergefühl
- Blendempfindlichkeit am Behandlungstag
- Selten: Infektionen, Netzhautablösungen oder Blutungen
Zusammenfassend
Die IVOM-Therapie hat die Behandlung schwerer Netzhauterkrankungen grundlegend verändert. Sie ermöglicht vielen Patienten, ihre Sehfähigkeit zu erhalten oder sogar zu verbessern. Trotz kleiner Risiken gilt sie heute als Goldstandard bei der feuchten AMD und anderen Makulaerkrankungen.