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Der „unsichtbare Teil“ meines Diabetes

Posted on 1. November 202631. Oktober 2026 By Daniel Lensing Keine Kommentare zu Der „unsichtbare Teil“ meines Diabetes

Im Bereich des Ehrenamtes sowie Social Media gibt es viele Menschen, die sichtbar mit Ihrem Diabetes auftreten. Mir fällt dieses einfach schwer. Nicht weil ich nicht möchte. Mir fällt es oft schwer Themen zu finden.

Behandlung

Ich habe Diabetes Typ-2, welcher mit einer Tablette mit dem Wirkstoff Metformin behandelt wird. Davon nehme ich 2 mal am Tag zu den jeweiligen Früh- und Spät-Mahlzeiten eine. Das ist auch in der Außerwelt sichtbar. Könnte aber auch einfach eine Kopfschmerz-Medikament, ein Antibiotkum oder etwas anderes sein, was mit Flüssigkeit eingenommen wird.

Blutzucker-Messung

Was sichtbarer ist, ist die regelmäßige des Blutzuckers. Laut deutscher nationaler Leitlinie ist das bei meinen Werten sowie der Behandlungsform ein optionales sowie selbst bezahltes „Gimik“. So habe ich eigentlich, immer in Reichweite mein Blutzzucker-Messgerät bei mir oder sogar ein Gerät in Reserve für den Fall eines Ausfalls. In dem Etui transportiere ich neben den Messstreifen auf Lanzetten, ein Streifen der Tabletten und ein Päckchen Batterien. Ist das sichtbar? Für den Moment ja. Bin ich schon mal darauf angesprochen worden?

Sichtbarkeit

In den letzten 3 Jahren 3-mal in der Öffentlichkeit ausserhalb des Kreises der Familie, Freunde, Arbeitskollegen und Leuten, die sowieso eingeweit sind. Beim ersten Mal war es am Flughafen bei der Sicherheitskontrolle, da ich vergessen hatte dieses, durch die Gewohnheit, aus der Umhängetasche zu entnehmen. Es war aber überhaupt kein Problem.

Das zweite Mal war es in einem Restaurant, wo mich jemand vom Nebentisch ansprach und wusste, wass ich nach dem Öffnen der Tasche des Blutzucker-Messgerätes und das Piepen durch das Einsetzen des Messstreifens vorhatte. Er bat mich für ihn nicht sichtbar das Blut zu entnehmen, da er Probleme mit Sichtbarkeit von Blut hätte. Auch die Bitte war für mich kein Problem.

Das aktuell letzte Mal war es in der Bahn, als ich mit einer Dame mir gegenüber an einem Tisch saß und sie mich sehr genau beobachtete. Ich fragte sie, ob ich ihr etwas erklären dürfte. Sie teilte mir mit, dass Sie in der Personalabteilung eines Mittelständischen Unternehmens arbeite und Sie sich gerade dabei wären ein Programm für „Mentale Gesundheit“ & „Persönlichkeitsentwicklung“ zu entwickeln. Ich habe mich sehr nett fast 2 Stunden zu dem Thema ausgetauscht und habe auch noch mehrere E-Mail-Anfragen im Anschluss erhalten, weil man das Thema noch einmal etwas vertiefen wollte.

Aufgaben

Was aber die wenigsten Sehen ist das globale Management für und mit dem Diabetes. Ich messe pro Tag im Regelfall 3-4 mal meinen Blutzucker. Es gibt aber auch Tage da werden es bis zu 6 Messungen. Man überlegt, besonders auswärts, welches Essen einem für den Blutzucker gut bekommt. Man möchte extreme Blutzucker-Spitzen vermeiden.

In der Anfangszeit hat man auch einige Lebensmittel ausprobiert. Obwohl bei den meisten Lebensmitteln Angaben für Kohlehydrate auf den Verpackungen angegeben sind, verhält sich trotzdem jeder Körper etwas anders. Schön sind auch immer die Momente, wo der Hinweise zu „verbesserter Rezeptur“ oder „besserer Geschmack“ einem entgegen „strahlt“. Wieder einmal der Blick auf die Nährwerte oder ein Test-Kauf, um zu sehen, ob der Körper sich noch genauso verhält.

Termine

Für die vergangenen 12 Monate habe ich einfach mal durchgerechnet, wie viele Termine ich aufgrund des Diabetes hatte. Mein Hausarzt hat mich 6 mal gesehen, wovon 4 mal nur für Ausstellen von Überweisungen war. Nebenbei gibt es dann noch die FSME-, Grippeschutz- sowie Corona-Impfung.

Die diabetologische Praxis sieht mich 8 mal im Jahr für die Rezepte der Medikamente sowie zur Bestimmung des Langzeit-Blutzuckerwertes (HbA1C). Von dort aus erhalte ich auch Überweisungen für den Augenarzt.

Ich bin „reich beschenkt“, so dass ich mir sogar 2 Augenärzte leiste. Der eine ist für die Feststellung meiner Augengesundheit zuständig. Aufgrund meiner Rethinopatie habe ich regelmäßig OCT-Aufnahmen. Dieses wurde in 13 Termine durchgeführt. Jetzt denkt man sich vielleicht, recht wenig bei 2 betroffenen Augen? Durch die Behandlung eines Auges muss dieses nur nach einer durchgeführten 3er-Serie einer IVOM-Behandlung eine entsprehcende Kontrolle durchhgeführt werden.

Der zweite Augenarzt führt ambulant die IVOM-Behandlung durch. Das waren im benannten Zeitraum 11 Eingriffe. Für mich bedeutet es allerdings an dem jeweiligen Tag der Behandlung, dass ich einen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bekomme. Als IT-ler ist mri das Licht des Monitors schnell zu hell und das Sichfeld durch das Gefühl einer Milchglas-Optik zu doll eingeschränkt. Das Fokussieren fällt mir an dem Tag aber auch am folgenden nicht leicht. Zusätzlich bedeutet es die Einschränkung, dass ich an 2 Tagen mich nicht mit dem Auto fortbewegen kann und es auch teilweise zu Fuß anstrengend ist.

Durch Corona und verstärkt durch den Diabetes bin ich mit dem Laufen angefangen. Dabei hatte ich ab einer bestimmten Streckenlänge immer mal wieder Probleme im „Bewegungsaparat“. Entsprechend überwies mich mein Hausarzt zu einem Orthopäden, der mir neben Einlagen auch regelmäßig Physiotherapie verschreibt. Das waren dann auch 3 Termine für die entsprechenden Absprachen und Kontrollen.

Wo wir schon bei der Physio sind: Neben kleineren Übungen zu Hause habe ich auch im Schnitt alle 2 Wochen einen entsprechenden Termin, um zu schauen, ob der Bewegungsapparat noch weiterhin alles mit macht. Nach Laufevents kann dieses auch mal zu Veränderungen in den Übungen zu beseren Definition von Muskeln und Knochen kommen.

Habe ich jetzt noch wen vergessen? Hautkrebsscreening sowie ein Urologisches Screening als Krebsvorsorge, was allerdings keinen Diabetes-Bezug hat.

Sport

Diabetes Typ-2 wird aufgrund durch eine Insulinresistenz der Körperzellen ausgelöst. Das von der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin wird nicht mehr so gut aufgenommen. Entsprechend kann der Zucker im Blut nicht mehr verstoffwechselt werden und es muss medikamentös behandelt werden.

Neben den Medikamenten und der Anpassung seiner Ernährung kann man die Sperre der Zellen auch durch sportliche Aktivitäten verbessern. Wie bereits geschrieben habe ich mich irgendwie dem Laufen verschrieben. 10 Kilometer mit einer Pace von 06:30 min pro Kilometer sind irgendwie genau meine Marke. Oft werde ich gefragt, wann es auf den Halbmarathon geht. Da habe ich allerdings aktuell eine klare Ansicht: Nicht in 2027. Mit meinem aktuellen Trainingsplan überlebe ich die 10 Kilometer-Wettkämpfe recht stabil. Natürlich sind anschließend Treppenstufen ein klarer Entgeger, aber am Folgetag gehe ich nicht mehr wie „der Glöckner von Notre Dam“ oder „Ben Cartwright“ (Ältere erinnern sich).

Die Ausdauer habe ich mir allerdings auch hart erarbeitet und auch nach dem Winter merke ich in den ersten Wochen, dass es mir sehr schwer fällt. Im Trainingsmodus habe ich 4 Termine pro Woche für Läufe eingetragen. Die Ausdauerläufe hatten dieses Jahr einen Umfang von 35 Minuten. Aber ist man in den 35 Minuten fertig. Vor dem Staffel-Lauf in Münster habe ich das Training hart durchgezogen. Man will bei der Staffel, wo man mit 3 weiteren Läufern unterwegs ist, keinen Abbruch wegen falschen Training haben.

Die 35 Minuten Lauf sind dann aber im Allgemeinen zu einem 90 Minuten Block in meinem Kalender geworden. Wie das kommt? Man muss sich vorher und nachher umziehen. Dann kommt meist noch eine „Anfahrt“ zur Laufstrecke hinzu. Im Regelfall muss ich mich im Anschluss auch duschen und etwas Erholung wäre auch noch von Vorteil.

Ehrenamt

Ich bin als „Lautsprecher“ bei „diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe e.V.“ für die Kampagne #SagEsLaut #SagEsSolidarisch tätig. Mit der Kampagne wollen wir Menschen aller Diabetestypen zusammenbringen und die Interessen aller Menschen mit Diabetes sichtbar und hörbar machen.

Es gibt in diesem Rahmen auch viele tolle Events, sodass ich 7 Veranstaltungen besucht habe. Oft finden die in Berlin statt, was auch mit Hin- und Rückfahrt schnell mal 2 Tage Reiseumfang haben. Es macht aber auch sehr viel Spaß und ist immer wieder ein Freude bekannte Gesichter zu sehen, Planungen durchzuführen und auch Freunde gefunden zu haben.

Ergebnis

Wo man meinen Diabetes am besten sieht: In meinem Kalender.

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Daniel Lensing

Ich betreibe diesen Blog, bei dem ich meine Erfahrungen aus der IT & dem Berufsalltag sowie dem Wahnsinn des Lebens mit Höhen und Tiefen. Darunter meine „Erlebnisreise“ zum Planeten „Diabetes mellitus Typ-2“.

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